Rauchfreie Schule ja – weitere Rauchverbote nein!

Etwa jede(r) 5. ostbelgische Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren raucht. Dies leider auch ungeachtet der derzeitigen Rechtslage, die den Verkauf von Tabak an Jugendliche unter 16 Jahren generell untersagt. Älteren Jugendlichen und Erwachsenen ist das Rauchen in Schulgebäuden seit 1990 grundsätzlich verboten. Erlaubt ist es lediglich den Lehrpersonen in abgetrennten und geschlossenen Räumlichkeiten, wenn die Schüler zu diesen Räumlichkeiten keinen Zugang haben und nicht-rauchende Lehrpersonen dadurch nicht belästigt werden.

Ab dem kommenden 1. Januar gelangt des Weiteren ein landesweites Gesetz zur Anwendung, wonach überall dort, wo Schüler und Arbeitnehmer sich aufhalten – mit Ausnahme eigens deklarierter Raucherzimmer – ein absolutes Rauchverbot herrscht. Dies bedeutet, dass dann auch im Lehrerzimmer oder beispielsweise im Büro des Schulleiters nicht mehr geraucht werden darf.

Ob ich darüber hinaus ein von oben herab diktiertes Rauchverbot an den Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft befürworte? Zum jetzigen Zeitpunkt: Ein klares Nein!

Ich denke, dies wäre kontraproduktiv und würde nicht zur Lösung des Problems führen. Zwangsläufig könnten weitere Verbote nur beinhalten, die vorgenannten, kleinen „Fumoirs“ für Lehrer einerseits sowie andererseits den Lehrpersonen und den älteren Jugendlichen auch das Rauchen vor der Tür, auf dem Schulgelände zu verbieten.

Um dies klarzustellen: Wir werden den Weg zur rauchfreien Schule noch konsequenter und ergebnisorientierter beschreiten als in der Vergangenheit. Diesen Weg möchten wir jedoch mit den Schulgemeinschaften gemeinsam gehen. Gemeinsam müssen wir überzeugen statt zu verbieten und vorbeugen und informieren statt zu diktieren. Wer rauchfreie Schulen will, muss auf Mitverantwortung setzen, damit Eigeninitiativen gefördert werden können.
Noch im laufenden Schuljahr wird zunächst mit Pilotschulen, später dann auch strukturell das Projekt „Weg zur rauchfreien Schule“ verwirklicht. Diesem liegen die Prävention sowie Raucherentwöhnungskurse für Schüler, Lehrer und Schulverwaltung zu Grunde. Erste Pilotschulen werden das Kgl. Athenäum Eupen sein, sowie für Teile des Projekts das ZAWM und das Bischöfliche Institut Büllingen. Nach der Pilotphase soll das Projekt auf andere Schulen ausgedehnt werden.

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