Ostbelgien bei Konferenz der deutschen Landeszentralen für politische Bildung

Ministerpräsident Oliver Paasch besuchte am Monatsende in Trier die Koordinierungskonferenz der Leiter der Landeszentralen für politische Bildung. Diese wurde von der Arbeitsgemeinschaft „Politische Bildung“ durchgeführt, zu deren Gründungsmitgliedern auch das Institut für Demokratiepädagogik Ostbelgien gehört. Vor einem ausgewählten Fachpublikum referierte der Eupener Regierungschef über die Zusammenarbeit in Grenzregionen am Beispiel der Großregion.

Oliver Paasch ging in seinen Ausführungen auf die Bedeutung Europas als Garant für Frieden, Sicherheit, gelebte Vielfalt und Wohlstand ein, bevor er sich der Zusammenarbeit auf Ebene der Großregion widmete. Der Ministerpräsident unterstrich, dass gute Beziehungen zu Partnern im In- und Ausland existenziell für die Deutschsprachige Gemeinschaft seien. Darüber hinaus sei gerade in einem Kooperationsraum wie der Großregion, der aus fünf Regionen, vier Staaten und drei Sprachen, besteht, der Austausch mit den Partnern so wichtig, um die Herausforderungen unserer Zeit am besten zu bewältigen.

Der Ministerpräsident führte das Publikum nicht nur durch die verschiedenen Institutionen der Großregion, sondern unterstrich ebenfalls, dass im Zuge der INTERREG-Programme in der Großregion und der Euregio-Maas-Rhein insgesamt 420 Mio. Euro zwischen 2014 und 2020 vonseiten der EU und den Projektpartnern investiert wurden bzw. werden. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist Mitglied in beiden Kooperationsräumen und setzt sich nach wie vor für eine Verstärkung dieser Zusammenarbeit ein.

Im Anschluss zeigte Oliver Paasch einige konkrete Projekte auf, die im Zuge der Großregion realisiert worden seien. Er nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Task Force der Grenzgänger 2.0, die Lösungsvorschläge für Probleme der 240.000 Grenzgänger in der Großregion entwickelt, oder das Projekt INTERRED, welches die Zusammenarbeit der Rettungsdienste grenzüberschreitend koordiniert. Ebenfalls angesprochen wurden auch das Projekt UniGR (ein Zusammenschluss der sechs Universitäten des Territoriums mit 135.000 Studenten), das Projekt „Energiewaben“ (das darauf abzielt, die Energieversorgung flächendeckend aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten), oder das das Projekt SESAM’GR (das Jugendlichen helfen soll, Schlüsselkompetenzen für ihr Berufsleben zu entwickeln).

Auch wurden die „Mikroprojekte“ aufgeführt, womit Kleinvorhaben gemeint sind, die von vereinfachten Prozeduren (Antragstellung, Mittelabrufe, etc.) profitieren und daher auch für kleinere Organisationen und Vereine interessant sind. Diese Projekte sind besonders bürgernah und helfen dabei, den europäischen Gedanken in der Bevölkerung zu festigen.

Zum Schluss folgerte Oliver Paasch, dass die positive Entwicklung Ostbelgiens auch auf den europäischen Einigungsprozess zurückzuführen sei und dass Europa eine Vielzahl von Mehrwerten biete. Nichtsdestotrotz dürfe man nicht außer Acht lassen, dass in diesen zunehmend populistischen Zeiten eben diese Errungenschaften auch gefährdet seien.