“Arrogant und wenig hilfreich.”

Mit Empörung reagiert die gesamte Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft auf die
Äußerungen des frankophonen CdH-Politikers Maxime Prévot in einer Ausschusssitzung, die in
der aktuellen Ausgabe des VIF L’EXPRESS wiedergegeben wurden. Prévot vertrat dabei seine
These, die Deutschsprachigen hätten die Tatsache zu akzeptieren, dass sie Wallonen seien.
Er sprach von kleinen deutschsprachigen Splittergruppen, die ihre wallonische Identität
verleugnen, bezeichnete die Deutschsprachigen gleich mehrfach als “deutschsprachige
Wallonen” und zog völlig unangebrachte Vergleiche mit Korsen, die sich nicht als
Franzosen sehen.

Mit seinen Äußerungen verkenne der Politiker der CSP-Schwesterpartei, dass die
Deutschsprachige Gemeinschaft mittlerweile ein gleichberechtigter Partner in Belgien sei,
mit eigener Geschichte, Sprache, Kultur, eigenem Statut und eigenen Befugnissen, so die
Minister der Deutschsprachigen Gemeinschaft heute unisono.

“Wir fühlen uns als deutschsprachige Belgier im Herzen Europas und sind unserem Land treu
verbunden. Wir fühlen uns nicht als Wallonen. Wir haben eine eigene Identität und eine
eigene Sprache. Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft legt großen Wert auf
freundschaftliche Beziehungen zur Wallonischen Region. Herablassende Belehrungen wie
diejenigen von Minister Prévot sind allerdings arrogant und wenig hilfreich”,
so Ministerpräsident Oliver Paasch.

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