„Europa muss stärker zusammenwachsen, so auch auf der Schiene“

Am vergangenen Freitag traf der ostbelgische Ministerpräsident Oliver Paasch im Stolberger Bahnhof mit dem EU-Abgeordneten Michael Cramer (B‘90/ die Grünen), Vertretern der NRW-Landes- und Lokalpolitik sowie der Geschäftsführung der EUREGIO Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) zu einem Arbeitsgespräch zusammen.

Ziel des Treffens war die Planung einer gemeinsamen Vorgehensweise für den Ausbau der Euregiobahn und die mögliche Reaktivierung des Schienennetzes zwischen Stolberg und Eupen. Der Ministerpräsident kam direkt vom dänischen Staatsbesuch nach Stolberg, um an den Gesprächen teilzunehmen. Bei dem Treffen, dem auch der Eupener Mobilitätsschöffe Arthur Genten beiwohnte, ging es vorrangig um konkrete Pisten für eine Anbindung der „Euregiobahn“ an den Bahnhof Eupen und hiermit verbundene Finanzierungsmöglichkeiten.

Für Eupen und Ostbelgien bedeute eine Anbindung an die Euregiobahn insofern eine große Chance, als dass somit eine effizientere Verbindung zu großen Bahnhöfen wie bspw. Köln und Mönchengladbach geschaffen würde. „Da Ostbelgien im Bereich der Mobilität keine direkte Zuständigkeit hat, liegt unsere Aufgabe darin, Überzeugungsarbeit in den zuständigen Gremien (bei der Föderalregierung, der Landes- und Bundesregierung, dem EU-Parlament, der EU-Kommission, dem AdR, usw.) zu leisten“, so Paasch. „Wir haben die Reaktivierung der Strecke Stolberg-Eupen sowohl der belgischen Föderalregierung, als auch dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt und der EU-Kommissarin Violetta Bulc ans Herz gelegt“, so Paasch weiter.

Wichtig war allen Gesprächsteilnehmern zukünftig eine gemeinsame Linie zu verfolgen. Einigkeit herrschte unter anderem darin, dass die Zusammenführung der bestehenden Schienennetze im Raum Stolberg/Raeren einen Mehrwert für alle Regionen darstelle. Nicht zuletzt deswegen war die Anwesenheit mehrerer politischer Ebenen von großem Mehrwert für die Runde. Aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters des Projektes wurden zu dessen Realisierung auch EU-Fördermittel in Betracht gezogen.

Klar ist, dass die Wiederbelebung auch zu einem touristischen Mehrwert führen kann. Wanderfreunde und Radfahrer aus Deutschland hätten hier eine schnelle Anbindung zur beliebten Vennbahnroute.
Deswegen liegt das Hauptaugenmerk auch zunächst auf touristischen Fahrten.

Sowohl Paasch als auch Cramer bekräftigten: „Europa muss stärker zusammenwachsen, so auch auf der Schiene“. Sie unterstrichen damit, dass das Projekt nicht nur ein belgisch-deutscher Vorstoß zur Reaktivierung eines Streckennetzes sei, sondern auch einen Symbolwert für einen nachhaltigen europäischen Integrationsprozess habe.

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