PISA – Gutes Zeugnis für unsere Schulen!

Ein unverändert gutes Ergebnis in Mathematik; in der DG deutlich weniger Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistung als im Rest der Welt; weniger Schüler mit Schulrückstand. So lauteten in aller Kürze die ersten Schlussfolgerungen, zu denen die Autonome Hochschule am 4. Dezember anlässlich der Vorstellung der PISA-Ergebnisse der DG gelangte.

Das Programme for International Student Assessment (PISA) wird seit dem Jahr 2000 im dreijährigen Rhythmus durch die OECD durchgeführt. Getestet werden dabei 15-jährige Schüler/innen, unabhängig davon, in welcher Klassenstufe sie sich zu diesem Zeitpunkt befinden. Alltags- und berufsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten sollen dabei  ermittelt werden, in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen.

In den 65 teilnehmenden Ländern widmeten sich die 510.000 befragten Schüler/innen diesmal dem Schwerpunkt Mathematik. Während dies in anderen, größeren Regionen stichprobenartig geschah, wurde in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine Vollerhebung durchgeführt, an der alle Schüler/innen der zehn Sekundarschulen (inklusive der Förderschüler/innen) beteiligt waren.

Sie durchliefen im vergangenen Jahr ein anspruchsvolles Testverfahren (120 Minuten Testbogen, 60 Minuten Kontextfragebogen, 13 verschiedene Testhafte, verschiedene Fragetypen, Computertest für einzelne Teilnehmer/innen), dessen Ergebnisse nun durch die Autonome Hochschule – in enger Kooperation mit der Universität Lüttich und dem Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens  (BIFIE), ohne die eine PISA-Teilnahme der DG wahrscheinlich nicht realisierbar wäre – vorgelegt wurden.

PISA stellt unseren Schulen demnach ein gutes Zeugnis aus, situiert sich die DG mit 511 Punkten im Schwerpunktbereich Mathe doch nach wie vor signifikant über dem OECD-Mittelwert, der 494 Punkte beträgt. Die Flämische Gemeinschaft führt gewohnheitsgemäß die innerbelgische Hitliste in dieser Spitzengruppe an (529 Punkte), während sich die frankophonen Nachbarn mit 493 Zählern in der OECD-Durchschnittsgruppe befinden.

Wie schon 2003 sind beim Mathe-Test in der DG kaum geschlechtsspezifische Unterschiede zutage getreten, blickt man genauer auf die Resultate der Mädchen (512) und Jungen (509). Der weitaus größte Teil der getesteten DG-Jugendlichen (69,8 Prozent) erzielte ein Ergebnis in den beiden mittleren (von sechs) Kompetenzstufen, während 14,1 Prozent in die Spitzengruppe gelangten (Flandern: 25,1 Prozent, Französische Gemeinschaft: 12 Prozent).

Auch in den Bereichen Naturwissenschaften (508 Punkte; OECD: 501) und Lesen (499; OECD: 496) erzielten die DG-Schüler/innen im internationalen Kontext wiederum beachtliche Platzierungen. Wenngleich die unterschiedliche Schwerpunktsetzung der PISA-Studie (2009: Lesen, 2012: Mathematik) einen Vergleich in diesen beiden Bereichen schwieriger gestaltet, sticht ein Ergebnis heraus: Die Schüler/innen meisterten die Aufgaben am Computer (513 Punkte) um einiges besser, als die auf Papier (499 Punkte). Bei den PC-Aufgaben lagen, im geschlechtsspezifischen Vergleich, die Mädchen vorne: Sie erzielten im Schnitt 535 Punkte, die Jungen brachten es auf 499 Zähler.

Zwei weitere erfreuliche Ergebnisse ließen – im Bewusstsein  der Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit der Studie, die sicherlich nur Teilbereiche  abbildet und das Schulsystem gewiss nicht in Gänze erfasst und darstellt – ebenfalls positiv aufhorchen:

Einerseits ist der (immer noch viel zu hohe) Schulrückstand rückläufig. 32 Prozent der Schüler/innen in der DG haben eine oder mehrere Klassen wiederholt. Zum anderen ist die DG nun – vor Mexiko und Island – alleiniger Spitzenreiter auf Ebene der Bildungsgerechtigkeit. In keinem anderen Land der Welt – glaubt man den ermittelten Werten der OECD – hat der sozio-ökonomische Hintergrund so wenig Einfluss auf die Leistungen der Schüler/innen wie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

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